Marktweg in der Hartefelder Heide nachts gesperrt: Die Kröten wandern

GELDERN   Die erste milde und feuchte Witterung gibt in jedem Jahr den Startschuss: Die Amphibien machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Kröten, Frösche und Molche sind unterwegs – und begegnen oft allzu früh ihrem gefährlichsten Feind: dem Menschen. Trotz vieler Krötenzäune sind Autos noch immer ein Riesenproblem. Der Bestand der Tiere nimmt weiter ab.

Um hier schützend einzugreifen, werden die Kraftfahrzeuge an bestimmten Stellen nachts ausgesperrt. So zum Beispiel am Marktweg, zwischen Hartefelder Dyck und Eckesdyck. Hier schließen ehrenamtliche Helfer am Abend gegen 19 Uhr eine Schranke. Morgens ab 7.30 Uhr ist der Weg für Fahrzeuge wieder frei. Die Tierschützer bitten die Kraftfahrer um Verständnis für diese Maßnahme.

Gleichzeitig appelliert die Stadt Geldern an die Eigenverantwortung der Autofahrer. An der Vernumer Straße, am Grünen Weg, am Deckersweg, am Bartelter Weg, am Droyenweg und an der Waltersheide weisen Schilder auf die wandernden Kröten hin. Doris Schreurs von der Umweltschutzstelle im Gelderner Rathaus: „Vor allem Gewässer mit angrenzenden Waldgebieten sind wichtig für Amphibienpopulationen. Dazu gehören im Gelderner Stadtgebiet insbesondere die Fleuthkuhlen, der Heitkampsee und der Welbers See sowie kleine Gewässer an der Verumer Straße, auf der Boeckelt und am Grünen Weg.“

Viele freiwillige Helfer sind auch in diesem Jahr unterwegs, um das Schlimmste zu vermeiden. Mit Krötenschutzzäunen werden die Tiere zu Eimern geleitet, die in den Boden versenkt wurden. Tierschützer tragen die Tiere in der Morgendämmerung über die Straße. Spät abends wird nochmals kontrolliert – Tag für Tag.

Trotz aller Schutzmaßnahmen berichtet Amphibienexperte Hermann-Josef Windeln von einer schlechten statistischen Entwicklung: „Im Jahr 2012 mussten wir einen enormen Rückgang von 50 Prozent bei den Erdkröten und von 46 Prozent bei den Grasfröschen verzeichnen. Bei Berg- und Teichmolchen gab es jedoch einen Anstieg.“ Kröten und Molche nehmen im Ökosystem eine wichtige Rolle ein. Sie vertilgen jährlich Tonnen von Krabbeltieren und helfen so, Insektenplagen zu vermeiden. Selbst wiederum sind sie Nahrung für andere Tiere, zum Beispiel für Störche.

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