Wandergesellen auf Walz besuchten die Stadt Geldern

GELDERN   Ungewöhnlicher Besuch im Rathaus der Herzogstadt: Zwei Wandergesellen, stilecht in der Kluft der fahrenden Handwerker gewandet, besuchten Gelderns Verwaltungsdirektor Achim Ingenillem. Bei einer Tasse Kaffee legten der Zimmermann Christian Schryber und der Steinmetz Karl Schall ihre Wanderbücher vor, um den Besuch in Geldern für ihre „Walz“ dokumentieren zu lassen.

„Die Walz unterliegt gewissen Regeln. Dazu gehört auch, dass wir nicht länger als zwei Monate an einem Ort bleiben dürfen“, berichteten die Wandergesellen. Schließlich diene die Zeit der Wanderung auch dazu, Land und Leute kennen zu lernen. Das Tragen der Kluft sei ebenfalls vorgeschrieben. Die beiden Handwerker waren von Xanten nach Geldern gewandert. Ihr nächstes Ziel ist die Stadt Duisburg – allerdings nicht der Arbeit wegen. Christian Schryber: „Dort findet in der Innenstadt eine große Feier der Wandergesellen statt. Da wollen wir unbedingt dabei sein.“

Bei den Wanderjahren der Handwerksgesellen handelt es sich um eine aus dem Mittelalter stammende europäische Tradition. Damals wurden in den Städten große Gebäude gebaut und viele Handwerker auf einmal gebraucht. Aus diesem Grund reisten Handwerker aus den umliegenden Städten an. War das Gebäude fertig, begaben sich die Gesellen auf Wanderschaft, um neue Arbeit zu finden.

Auf ihrem Weg von Xanten nach Duisburg machten die Wandergesellen Karl Schall (links) und Christian Schryber im Gelderner Rathaus Station.

Auf ihrem Weg von Xanten nach Duisburg machten die Wandergesellen Karl Schall (links) und Christian Schryber im Gelderner Rathaus Station.

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