Marktweg Geldern für Autos gesperrt – Nachts wandern die Kröten
GELDERN. Die milde Witterung bringt die Krötenwanderung in Schwung. Bei feuchten 8 bis 10 Grad hält niemand die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern auf. Unzählige Kröten, Frösche und Molche sind unterwegs – und begegnen oft allzu früh ihrem gefährlichsten Feind: dem Menschen. Trotz vieler Krötenzäune sind Autos noch immer ein Riesenproblem. Der Bestand der Tiere nimmt weiter rapide ab.
Um hier schützend einzugreifen, werden die Kraftfahrzeuge an bestimmten Stellen nachts ausgesperrt. So zum Beispiel am Marktweg, zwischen dem Hartefelder Dyck und Eckesdyck. Gelderns Umweltschutzbeauftragte Gaby Vohwinkel-Levels: „Da die Tiere nur nachts wandern, reicht es aus, den Marktweg täglich von 19 bis 7.30 Uhr mit einer Schranke abzusperren. Helfer des Naturschutzzentrums Gelderland beginnen in der ersten Märzwoche damit, die Schranke nachts zu schließen. Wir bitten die Kraftfahrer um Verständnis“.
Gleichzeitig appelliert die Stadt Geldern an die Eigenverantwortung der Autofahrer. An der Vernumer Straße, am Grünen Weg, am Deckersweg, am Barthelter Weg, am Droyenweg und an der Waltersheide weisen Schilder auf die wandernden Kröten hin. Doris Schreurs von der Umweltschutzstelle im Gelderner Rathaus: „Vor allem Gewässer mit angrenzenden Waldgebieten sind wichtig für Amphibienpopulationen. Dazu gehören im Gelderner Stadtgebiet insbesondere die Fleuthkuhlen, der Heitkampsee und der Welbers See sowie kleine Gewässer an der Verumer Straße, auf der Boeckelt und am Grünen Weg.“
Viele freiwillige Helfer sind auch in diesem Jahr unterwegs, um das Schlimmste zu vermeiden. So wurden die Krötenschutzzäune entlang der Straße „Zur Boeckelt“ oder an der Vernumer Straße erneuert. Hier werden die Tiere zu Eimern geleitet, die in den Boden versenkt wurden. Mitglieder des Tierschutzvereins tragen die Tiere in der Morgendämmerung über die Straße. Spät abends wird nochmals kontrolliert – Tag für Tag.
Ein Schutz, den die Tiere auch verdienen. Kröten und Molche nehmen eine wichtige Rolle ein in unserem Ökosystem. Sie vertilgen jährlich Tonnen von Krabbeltieren und helfen so, Insektenplagen zu vermeiden. Selbst wiederum sind sie Nahrung für andere Tiere, zum Beispiel für Störche.
